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Das Prinzip des Lehrers

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Das Prinzip des Lehrers
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Wenn jemand den Beschlusst fasst, die Suche nach Gott aufzunehmen, nimmt sich Gott selber sich diesem Wunsch an. Er Selber wird zu unserm Lehrer (sanskrit: Guru), der sich in Form der inneren Stimme an uns wendet. 

Da wir oft das feine Gehör für die innere Stimme verloren haben oder nur undeutlich wahrnehmen, kann in unterschiedlichen Situationen auch eine Person von aussen die "innere Stimme" zu uns tragen. Dann übernimmt diese Person die Rolle des Guru (Lehrer) für uns. Der äussere Guru ist dann ein Repräsentant von Gott. In der Vaisnava-Tradition wird der Vorgang des Hörens der inneren Stimme wie folgt erläutert: 

guru sadhu sastra vakya

cittete koria aikya

 

Prüfe (deine Wahrnehmung der inneren Stimme) mit der Hilfe des (äusseren) Guru, den Worten grosser Heiliger und den spirituellen Schriften (doch entscheide letztendlich mit deinem Herzen!).

Die innere Stimme im Herzen, der direkte Ruf Gottes, sollte in unserem Weg zu Ihm immer an erster Stelle kommen. Wenn wir immer wieder die innere Stimme hören oder fühlen und sie ernst nehmen, werden wir auch äussere Bestätigungen erhalten. Wir werden erkennen können, dass die innere Stimme tatsächlich die Wahrheit vermittelte und wir Fortschritte machen. So wächst unser Vertrauen in die innere Stimme und schlussendlich in Gott. Wer nicht das Ziel hat die innere Stimme zu hören, kann seine Ent-Täuschungen mit "Gurus" erleben.

Die vedischen Schriften empfehlen, dass man sich mit Vertrauen und Hingabe an selbstverwirklichte Seelen, die in direkter Verbindung zu Gott stehen, wenden solle.  Diese Aussage ist jedoch kein Widerspruch zur Aufforderung auf die innere Stimme zu hören. Wie jedoch, wenn nicht mit der Hilfe der inneren Stimme, sollen wir erkennen, ob die Person, die mit uns in Kontakt tritt, auch eine selbstverwirklichte Seele ist, die in direkter Verbindung mit Gott steht?

Es heisst ausserdem nirgends in den vedischen Schriften, dass man nur einen Guru haben darf. Die innere Stimme kann sich in unterschiedlichsten Formen äusserlich widerspiegeln (siksa guru). Jede Person kann (bewusst oder unbewusst) eine Botschaft zu uns tragen, von der wir spüren, dass sie aus Gottes Willen für uns bestimmt ist.

Selbst die Eigenart von Pflanzen und das Verhalten von Tieren, können in uns Erkenntnisse auslösen. In diesem Sinne können auch Sie die innere Stimme repräsentieren und so als Lehrer dienen.

Wer aktiv einen Guru (=Gottesvermittler, sadhu) sucht, soll den Fokus darauf legen, Menschen zu finden, die Liebe zu Gott im Herzen tragen. Oft wollen diese Menschen nach aussen hin nicht als Guru oder spirituelle Meister auftreten. Der echte Guru ist ein Transzendentalist, der die spirituelle Realität selber wahrnimmt. In der Gemeinschaft mit einem echten sadhu entspringt dem Herzen eine spontane Zuneigung zu Krishna/Gott. Der sadhu nimmt den „Schüler“ mit seinem gesamten Umfeld und seiner momentanen Lebenssituation wahr und hilft ihm, sodass dieser selbständig seine nächsten Schritte auf dem Weg zu Krishna/Gott in Angriff nehmen kann. Die Qualifikation eines Gurus erkennt man daran, dass er seine Schüler informiert und inspiriert, ohne dass er seine Schüler an seine Person bindet, Abhängigkeiten erzeugt oder grosse Schülerschaften um sich schart.