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Organisierte Religionen

Selbsterkenntnis Wer ist Krishna? Der Weg zu Krishna Irrwege und Umwege

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Organisierte Religionen
"Spirituelle" Illusionen

(Thema Irrwege und Umwege)

Wo immer viele Menschen sich zusammentun, um gemeinsam einem Interesse nachzugehen, breitet sich mit der Zeit ein gewisser Unmut über chaotische Zustände aus, die durch unkoordinierte und willkürliche individuelle Aktionen entstehen. 

Gewisse Menschen haben von Natur aus die Neigung in Situationen des Chaos die Fäden in die Hand zu nehmen, um für Ordnung zu schaffen. In religiösen Kreisen sind ausserdem Menschen mit ausgeprägtem Intellekt und guter Rhetorik gerne dazu geneigt in Versammlungen das Wort zu übernehmen, eine Rede, einen Vortrag oder eine Predigt zu halten. Im Laufe der Zeit entstehen dadurch Hierarchien. Das sind normale Gruppenprozesse und Dynamiken.

Probleme entstehen erst dann, wenn Machtansprüche, Machtmissbräuche und Manipulation auftreten. Machtausübung ist der Gegenpol von Harmonie. In Harmonie kann es ebenfalls Hierarchien geben. Die Harmonie allerdings beruht auf dem freien Willen aller Beteiligten, was dem göttlichen Prinzip entspricht.

Machtausübung hingegen setzt sich über den freien Willen der Betroffenen hinweg. Es ist der Versuch durch Manipulation (z.B. durch eigene Interpretationen heiliger Schriften) den Willen anderer auf die eigenen Interessen zu lenken. Dies kann durch die Ausübenden von Macht auch unbewusst und ohne negative Absicht erfolgen. Machtausübung und Manipulation sind meistens mit Angsteinflössung verbunden. Speziell in religiösen Kreisen ist die  Angstmacherei meist subtil und oft unausge-sprochen.Nur in sehr ungeschickter und offensichtlicher Angstmacherei wird direkt mit der Hölle oder grossem Leid gedroht.

  Meistens kommt Angstmacherei zum Zuge, wenn Anhänger gewisse Dogmen in Frage stellen. Versprechen oder Gelübde werden Negativ formuliert, sodass in Erinnerung an das Versprechen jenes ins Bewusstsein tritt, was man nicht machen sollte. Dadurch wird das Bewusstsein jedoch mit der Negation verbunden und angezogen. Es folgt die Angst, das Versprechen nicht einhalten zu können. Schuldgefühle nach gebrochenem Gelübde können Menschen in emotionale Notlagen bringen und zu selbstzerstörerischen Handlungen verleiten.

Es ist immer das Kollektiv einer Gemeinschaft, die Machtmissbrauch und Manipulation durch Angst toleriert oder ignoriert. Der Reifegrad der Individuen einer Gemeinschaft kann man indirekt daran messen.

Die vedischen Schriften betonen die Wichtigkeit der Gemeinschaft mit Spiritualisten, die in direkter Verbundenheit mit Krishna stehen (sadhu sanga). In solcher Gemeinschaft sollte Harmonie und Toleranz eine Selbstverständlichkeit sein.

Es ist für die eigene Entwicklung auf dem Weg zu Gott förderlich, organisierte Religionen aus diesem Blickwinkel zu betrachten und bei beobachteten Unstimmigkeiten eine gesunde Distanz zu wahren.

Interessant ist ebenfalls, dass vor Beginn des Kali-Yugas keine Religionsgemeinschaften existierten, da die Spiritualisten zu dieser Zeit in Ihrer direkten Verbundenheit mit Gott keine zusätzliche Verbindung mit einer Religionssgemeinschaft brauchten. Sie lebten ein individuelles Leben in Unabhängigkeit und frei von äusseren Beeinflusssung. So war es auch möglich in dieser Zeit, dass sich die grossen Könige mit ihren Anliegen / Problemen vertrauensvoll an Spiritualisten (echte Brahmanas) richten konnten.